Smartphone-News: Senioren-Features, Update-Pflicht, Google Pixel und CERN-Forschung
Autor: Handyschmiede
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Bestehende Smartphones lassen sich mit einfachen Anpassungen seniorengerecht gestalten, während neue EU-Regeln ab 2025 längere Update- und Ersatzteilgarantien vorschreiben.
Senioren-Handys: Anpassungen statt Neukauf
Immer mehr ältere Menschen nutzen Smartphones: Laut einer Studie von Bitkom Research können 63 Prozent der über 65-Jährigen SMS oder Messenger-Nachrichten verschicken, und 44 Prozent wissen, wie man Fotos und Videos aufnimmt. Doch unübersichtliche Menüs und komplizierte Bedienung stellen viele Senioren vor Herausforderungen. Timo Brauer vom Technik-Magazin „Inside-digital.de“ empfiehlt, bestehende Smartphones altersgerecht anzupassen, statt spezielle Senioren-Handys zu kaufen. Die meisten Hersteller bieten in den Einstellungen Möglichkeiten, Symbole und Schrift zu vergrößern sowie die Tastatur anzupassen.
Mit Android 15, das seit Herbst 2024 verfügbar ist, gibt es erstmals den Modus „Einfache Ansicht“, der die Lesbarkeit verbessert und das Layout vereinfacht. Samsung-Smartphones bieten schon länger einen „Einfach-Modus“ mit höherem Kontrast und größeren Symbolen. Bei iPhones wurde mit iOS 17 der „Unterstützende Zugriff“ eingeführt, der die Oberfläche vereinfacht und auf das Wesentliche reduziert. Zusätzlich gibt es Apps wie „BIG Launcher“ und „Elder Launcher“, die die Benutzeroberfläche mit großen Schaltflächen und Texten ausstatten. Auch Bildschirmlupen und die Möglichkeit, die Reaktionszeit des Touchdisplays zu verzögern, sind hilfreiche Funktionen.
- Android 15: „Einfache Ansicht“ für bessere Lesbarkeit
- iOS 17: „Unterstützender Zugriff“ für vereinfachte Bedienung
- Apps wie „BIG Launcher“ und „Elder Launcher“ für große Symbole
- Physischer Notrufknopf und robuste Bauweise bei speziellen Senioren-Handys
Steffen Herget vom IT-Fachmagazin „c't“ betont, dass viele dieser Funktionen auch für iPhones verfügbar sind, teils unter anderen Bezeichnungen. Apple ermöglicht zudem die Kopplung von Hörhilfen. Über „Bildschirmzeit/Beschränkungen“ (iPhone) oder Family Link (Android) kann der Zugriff auf Apps eingeschränkt werden, um Fehlbedienungen zu vermeiden. Timo Brauer rät, beim Verschenken eines Smartphones an Senioren möglichst ein Gerät der eigenen Marke zu wählen, um besser helfen zu können. Organisationen wie die Caritas oder Verbraucherzentralen bieten zudem Smartphone-Sprechstunden an.
Speziell vermarktete Senioren-Smartphones bieten oft einen physischen Notrufknopf und sind robuster gebaut, haben aber laut Brauer meist schlechtere Hardware und veraltete Betriebssysteme. Ein praktisches Hilfsmittel für alle ist eine Ladeschale zum kabellosen Laden, sofern das Gerät dies unterstützt.
| Funktion | Verfügbarkeit |
|---|---|
| „Einfache Ansicht“ | Android 15 (ab Herbst 2024) |
| „Unterstützender Zugriff“ | iOS 17 |
| Notrufknopf | Oft bei Senioren-Handys |
| Kabelloses Laden | Modellabhängig |
Infobox: Senioren sollten bestehende Smartphones anpassen, statt spezielle Geräte zu kaufen. Die wichtigsten Funktionen sind inzwischen in den Betriebssystemen integriert. (Quelle: WELT)
Smartphone-Wechsel: Probleme mit iMessage vermeiden
Wer von einem iPhone auf ein Android-Smartphone oder ein anderes Betriebssystem wechselt, kann erleben, dass SMS von anderen iPhones nicht mehr ankommen. Ursache ist oft, dass die eigene Telefonnummer nicht von iMessage und Facetime abgemeldet wurde. In diesem Fall werden Nachrichten weiterhin als iMessages zugestellt und erreichen das neue Gerät nicht.
Die Abmeldung kann auf zwei Wegen erfolgen: Ist das alte iPhone noch vorhanden, genügt es, die SIM-Karte einzulegen, das Gerät einzuschalten und in den Einstellungen unter „Apps“ und „Nachrichten“ iMessage sowie unter „Apps“ und „Facetime“ Facetime zu deaktivieren. Ist das Gerät nicht mehr vorhanden, kann die Abmeldung über die Selbsthilfe-Webseite von Apple durchgeführt werden. Dort wird die Telefonnummer eingegeben, ein Bestätigungscode angefordert und eingegeben, um die Nummer aus iMessage und Facetime zu entfernen. Es kann einige Zeit dauern, bis SMS wieder normal ankommen.
- SIM-Karte ins alte iPhone einlegen und iMessage/Facetime deaktivieren
- Alternativ: Abmeldung über die Apple-Webseite mit Bestätigungscode
Infobox: Nach einem Wechsel von iPhone zu Android sollte die Telefonnummer aus iMessage und Facetime abgemeldet werden, um den Empfang von SMS sicherzustellen. (Quelle: Volksstimme)
Google Pixel: Der unterschätzte Geheimtipp
Obwohl Google das meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem der Welt stellt, spielen die eigenen Pixel-Geräte im Markt kaum eine Rolle. Laut Statcounter lag der Marktanteil von Google Pixel im März 2025 bei nur 1,67 Prozent. Dabei bietet die aktuelle Pixel-9-Reihe innovative Funktionen: Der Tensor-Chip ermöglicht beeindruckende KI-Funktionen wie „Beste Aufnahme“ für Gruppenfotos und den Audio-Magic-Eraser, der Hintergrundgeräusche in Videos entfernt.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Update-Garantie: Google bietet inzwischen sieben Jahre Android-Versionsupdates, mehr als Apple je versprochen hat. Samsung bietet ebenfalls sieben Jahre, aber bei Google gibt es die Updates ohne lange Wartezeiten. Dennoch bleibt die Sichtbarkeit gering, da Werbung und Vertrieb in vielen Ländern kaum ausgebaut sind. Die Pixel-Smartphones gelten als Geheimtipp für Technikfans, sind aber im Massenmarkt wenig präsent.
| Hersteller | Marktanteil (März 2025) | Update-Garantie |
|---|---|---|
| Google Pixel | 1,67 % | 7 Jahre |
| Apple | Spitzenplatz | Weniger als 7 Jahre |
| Samsung | Spitzenplatz | 7 Jahre |
Infobox: Google Pixel-Smartphones bieten innovative Funktionen und lange Update-Garantien, bleiben aber mit 1,67 Prozent Marktanteil ein Geheimtipp. (Quelle: giga.de)
Update-Pflicht und Ökodesign-Label für Smartphones
Mit der überarbeiteten EU-Ökodesign-Verordnung treten ab dem 20. Juni 2025 neue Regeln für Smartphones und Tablets in Kraft. Hersteller müssen für alle ab diesem Datum neu auf den europäischen Markt gebrachten Modelle mindestens fünf Jahre lang kostenlos Betriebssystem- und Sicherheitsupdates liefern, gerechnet ab dem Tag, an dem das Produkt vom Markt genommen wurde. Ersatzteile wie Batterie, Kamera oder Anschlüsse müssen mindestens sieben Jahre verfügbar sein, ebenfalls ab Marktstopp.
In den ersten fünf Jahren müssen Ersatzteile binnen fünf Arbeitstagen lieferbar sein, in den zwei Jahren darauf innerhalb von zehn Arbeitstagen. Hersteller sind verpflichtet, Ersatzteilpreislisten und Reparaturanleitungen bereitzuhalten. Über die Reparierbarkeit, Energieeffizienz, Akkulaufzeit und Batterielebensdauer muss in den technischen Unterlagen informiert werden. Ein neues EU-Energie-Label zeigt diese Informationen sowie einen QR-Code, der zu weiteren Details in der EPREL-Datenbank der EU-Kommission führt. Dort sind auch Datenblatt, Verfügbarkeit und Lieferantenkontakt hinterlegt.
| Regelung | Dauer | Gültig ab |
|---|---|---|
| Updates (Betriebssystem & Sicherheit) | Mindestens 5 Jahre | 20. Juni 2025 |
| Ersatzteilverfügbarkeit | Mindestens 7 Jahre | 20. Juni 2025 |
| Lieferzeit Ersatzteile (1.-5. Jahr) | 5 Arbeitstage | 20. Juni 2025 |
| Lieferzeit Ersatzteile (6.-7. Jahr) | 10 Arbeitstage | 20. Juni 2025 |
Infobox: Ab 20. Juni 2025 gilt für neue Smartphones und Tablets eine Update-Pflicht von fünf Jahren und eine Ersatzteilverfügbarkeit von sieben Jahren. (Quelle: it-business)
Smartphone-Fotosensoren helfen bei der Antimaterie-Forschung
Forschende am CERN nutzen Smartphone-Fotosensoren, um die Zerstrahlung von Antimaterie in Echtzeit und mit bisher unerreichter Ortsauflösung zu untersuchen. Der Detektor kann Antiprotonen-Annihilationen mit einer Genauigkeit von nahezu 0,6 Mikrometern erfassen – eine 35-fache Verbesserung gegenüber früheren Verfahren. Die AEgIS-Kooperation am CERN misst damit den freien Fall von Antiwasserstoff im Schwerefeld der Erde mit hoher Präzision.
Für den Optical Photon and Antimatter Imager (OPHANIM) wurden 60 Smartphone-Chips in einen einzigen Detektor integriert, der damit weltweit die höchste Anzahl von Pixeln in einem technischen Gerät erreicht: 3840 Megapixel. Die Sensoren wurden speziell modifiziert, um die Anforderungen der Forschung zu erfüllen. Die Technologie ermöglicht Echtzeitdiagnose, Selbstkalibrierung und eine hohe Erfassungsrate von Teilchen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.
- Genauigkeit: 0,6 Mikrometer
- Pixelanzahl: 3840 Megapixel (60 Smartphone-Chips)
- 35-fache Verbesserung gegenüber früheren Verfahren
Infobox: Smartphone-Fotosensoren ermöglichen am CERN eine bisher unerreichte Präzision bei der Messung von Antimaterie-Annihilationen. (Quelle: Astro-News)
Quellen:
- Senioren-Handy lohnt sich oft nicht – so richten Sie Ihr Smartphone altersgerecht ein
- Smartphone-Wechsel: Damit SMS ankommen: Telefonnummer von iMessage abmelden
- Vergesst Apple und Samsung – ein Smartphone-Hersteller hätte den Erfolg wirklich verdient
- Update-Pflicht und Ökodesign-Label für Smartphones kommen
- CERN: Smartphone-Fotosensoren helfen bei der Suche nach Antimaterie
- Android-Update: So anders soll dein Smartphone bald aussehen